Donnerstag, 27. Oktober 2011

Chipati: Unsere 2te Station am Malawisee


Unsere Touri-Gruppe hat sich wieder einmal  kurz nach der Ankunft in der Bar versammelt. Wir dagegen beschliessen wieder einmal, uns abzusondern und lieber noch ins nahegelegene Dorf zu laufen. Torsten, ein Deutscher, der mit einer anderen Tour unterwegs ist, schliesst sich uns an. Zu dritt machen wir uns auf einer extrem staubigen Strasse auf den Weg. Nach kuerzester Zeit sind wir umringt von Kindern, die unbedingt unsere Mzungu-Haende halten wollen. Wir spielen “Engelein flieg” mit ihnen, tragen sie Huckepack und sind in Null Komma Nichts die Attraktion schlechthin. Die Kinderschar wird immer groesser und wir immer staubiger und dreckiger. Die Kinder sind wirklich unglaublich dreckig! Unsere Hautfarbe hat sich nach kuerzester Zeit zu Staubgrau verwandelt. Zurueck im Camp werden wir auch dementsprechend entgeistert von den Touris angeschaut. Wie wir schon vorher festgestellt haben, sind die Kinder hier wirklich wahnsinnig einfallsreich, wenn es um “Spielzeuge” geht. Wahrscheinlich muessen sie zwangslaeufig kreativ sein, da sie sonst nicht viel zum Spielen haben. So sahen wir vorher schon Kinder mit selbstgebastelten Autos aus Draht, Holzstueckchen, Metall- und Plastikresten. Ein weiteres, sehr makaberes Spielzeug, das wir nun kennenlernen sollen, sind kleine (lebendige!) Voegel, die mit einem Fuss an einer Schnur befestigt sind und so lange durch die Luft geschleudert werden, bis das Geflatter aufhoehrt und sie so ihr grausiges Ende finden. Nachdem wir uns einer grundreinigenden Dusche unterzogen haben und unsere natuerliche Hautfarbe zurueckerlangt haben, werden wir von unserer Gruppe mit den Plaenen fuer diesen Abend konfrontiert: eine Punch-Night. Jeder zieht sich verrueckte Klamotten an und man betrinkt sich! Extra dafuer wurden heute auf einem Markt in Mzuzu, der zweitgroessten Stadt Malawis, Unmengen an schrecklichen Klamotten gekauft. Wir finden das mitten in Afrika nicht so wirklich angebracht und leihen uns in letzter Sekunde Klamotten von unseren maennlichen Mitreisenden. Mit aufgemaltem Bart und in Maennerklamotten begeben wir uns also auf die Punch-Night. Wir kommen uns etwas komisch vor, als wir zur Bar gehen, um Fanta zu kaufen (der Auftrag wurde uns von den Touris erteilt) und auch die anderen Camper denken sich wahrscheinlich ihren Teil dazu. Nachdem wir versucht haben, irgendwie ein Glas von der wirklich schlecht gemixten Bowle zu trinken und bei den entweder schrecklich langweiligen oder peinlichen Trinkspielen mitzumachen, seilen wir uns dann doch relativ frueh von den Touris ab und unterhalten uns lieber noch mit einigen anderen Backpackern (nachdem wir unseren Bart halbwegs entfernt haben). Mit dem Alkoholspiegel der Touris steigt auch ihre Lautstaerke und die Anzahl peinlicher Aktionen.