Unsere Touri-Gruppe hat sich wieder
einmal kurz nach der Ankunft in der Bar
versammelt. Wir dagegen beschliessen wieder einmal, uns abzusondern und lieber
noch ins nahegelegene Dorf zu laufen. Torsten, ein Deutscher, der mit einer
anderen Tour unterwegs ist, schliesst sich uns an. Zu dritt machen wir uns auf
einer extrem staubigen Strasse auf den Weg. Nach kuerzester Zeit sind wir
umringt von Kindern, die unbedingt unsere Mzungu-Haende halten wollen. Wir spielen
“Engelein flieg” mit ihnen, tragen sie Huckepack und sind in Null Komma Nichts
die Attraktion schlechthin. Die Kinderschar wird immer groesser und wir immer
staubiger und dreckiger. Die Kinder sind wirklich unglaublich dreckig! Unsere
Hautfarbe hat sich nach kuerzester Zeit zu Staubgrau verwandelt. Zurueck im
Camp werden wir auch dementsprechend entgeistert von den Touris angeschaut. Wie
wir schon vorher festgestellt haben, sind die Kinder hier wirklich wahnsinnig
einfallsreich, wenn es um “Spielzeuge” geht. Wahrscheinlich muessen sie
zwangslaeufig kreativ sein, da sie sonst nicht viel zum Spielen haben. So sahen
wir vorher schon Kinder mit selbstgebastelten Autos aus Draht, Holzstueckchen, Metall-
und Plastikresten. Ein weiteres, sehr makaberes Spielzeug, das wir nun
kennenlernen sollen, sind kleine (lebendige!) Voegel, die mit einem Fuss an
einer Schnur befestigt sind und so lange durch die Luft geschleudert werden,
bis das Geflatter aufhoehrt und sie so ihr grausiges Ende finden. Nachdem wir
uns einer grundreinigenden Dusche unterzogen haben und unsere natuerliche Hautfarbe
zurueckerlangt haben, werden wir von unserer Gruppe mit den Plaenen fuer diesen
Abend konfrontiert: eine Punch-Night. Jeder zieht sich verrueckte Klamotten an
und man betrinkt sich! Extra dafuer wurden heute auf einem Markt in Mzuzu, der
zweitgroessten Stadt Malawis, Unmengen an schrecklichen Klamotten gekauft. Wir
finden das mitten in Afrika nicht so wirklich angebracht und leihen uns in
letzter Sekunde Klamotten von unseren maennlichen Mitreisenden. Mit aufgemaltem
Bart und in Maennerklamotten begeben wir uns also auf die Punch-Night. Wir
kommen uns etwas komisch vor, als wir zur Bar gehen, um Fanta zu kaufen (der
Auftrag wurde uns von den Touris erteilt) und auch die anderen Camper denken
sich wahrscheinlich ihren Teil dazu. Nachdem wir versucht haben, irgendwie ein
Glas von der wirklich schlecht gemixten Bowle zu trinken und bei den entweder
schrecklich langweiligen oder peinlichen Trinkspielen mitzumachen, seilen wir
uns dann doch relativ frueh von den Touris ab und unterhalten uns lieber noch
mit einigen anderen Backpackern (nachdem wir unseren Bart halbwegs entfernt
haben). Mit dem Alkoholspiegel der Touris steigt auch ihre Lautstaerke und die
Anzahl peinlicher Aktionen.
















































































